Was trocknet am schnellsten? Praktischer Blick auf das Trocknen von Getreide nach Regenfällen
Nach Regen kann jeder Tag Verzögerung bei der Ernte zu echten Verlusten führen – sowohl in Qualität als auch Menge. Viele Landwirte stellen sich dann die Frage: Welches Getreide trocknet am schnellsten? Lässt sich das eindeutig bestimmen? Die Antwort ist nicht einfach, aber die Praxis zeigt einige wichtige Regeln auf.

Es gibt keine allgemeingültige Regel – entscheidend ist der Aufbau der Ähre
Wie schnell eine Pflanze nach Regen Wasser abgibt, hängt nicht nur von der Getreideart ab. Von zentraler Bedeutung ist der Aufbau der Ähre und deren Dichte. Getreide mit lockereren, luftdurchlässigen Ähren (z. B. Triticale) gibt Wasser schneller ab als Getreide mit dichten, kompakten Ähren wie Weizen. Je geschlossener und dichter die Ähre, desto langsamer erfolgt die Trocknung nach Regen – die Feuchtigkeit „bleibt“ im Inneren der Ähre.
Triticale vor Weizen, Raps vor Getreide
Erfahrungen von Landwirten und Feldbeobachtungen zeigen, dass Triticale nach Regen meist schneller als Weizen die richtige Feuchtigkeit für die Ernte erreicht. Außerdem kann Raps, sofern er vollständig physiologisch ausgereift ist, oft schneller geerntet werden als Getreide.

Die Feuchtigkeit vor dem Regen sagt viel aus
Auch der Feuchtigkeitsgehalt der Körner vor dem Regen ist entscheidend. Wo das Korn bereits trockener war und die Reife deutlich fortgeschritten, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass es nach Regen schneller den für die Ernte geeigneten Zustand erreicht. Man kann also sagen: Je näher die Pflanze vor dem Wetterumschwung am Endstadium der Reife war, desto schneller gibt sie die Feuchtigkeit wieder ab, sobald die Bedingungen günstig sind.
Auch wenn es paradox klingt: Regen in späten Wachstumsphasen kann die vollständige Kornreife beschleunigen – vorausgesetzt, die Pflanze hat diese noch nicht erreicht. Dieses Phänomen entsteht durch die Begrenzung der weiteren Entwicklung und die Beschleunigung der Reifungsprozesse durch Feuchtigkeit und fehlendes Sonnenlicht.
Und was ist mit der Vorkeimung?
Hier ist Vorsicht geboten. Das Risiko des Vorkeimens tritt auf, wenn hohe Feuchtigkeit und Regen nach Erreichen der sogenannten toten Reife des Korns auftreten. Nasse Bedingungen können dann vorzeitiges Keimen im Ährenkorn auslösen, was die Rohstoffqualität drastisch mindert.
Präzise Feuchtigkeitsmessung ist entscheidend
Unter solch variablen Bedingungen gibt es keinen Raum für Vermutungen. Nur eine genaue Feuchtigkeitsmessung der Körner ermöglicht eine fundierte Entscheidung über den Beginn der Ernte. Deshalb lohnt es sich, auf bewährte Geräte zu vertrauen – Feuchtigkeitsmesser von Dramiński, die Landwirte seit Jahren in der täglichen Arbeit unterstützen.



