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Landwirtschaft Veterinärmedizin Zucht 2025-06-25

Mykotoxine im Getreide – eine stille Bedrohung für die Gesundheit von Milchkühen und die Qualität des Futters

Mykotoxine sind toxische chemische Verbindungen, die von Schimmelpilzen, hauptsächlich aus den Gattungen Fusarium, Aspergillus und Penicillium, produziert werden. Sie treten am häufigsten in Getreide auf, das Feuchtigkeit und Wärme ausgesetzt war – sowohl während der Vegetation als auch während der Lagerung.

Insbesondere bei Milchkühen kann das Vorhandensein von Mykotoxinen zu Folgendem führen:

• verminderter Futteraufnahme und Rückgang der Milchproduktion,

• Verdauungsproblemen und Durchfall,

• geschwächtem Immunsystem, erhöhte Anfälligkeit für Infektionen,

• Fortpflanzungsstörungen (unregelmäßige Brunst, Aborte, reduzierte Fruchtbarkeit),

• Belastung von Leber und Nieren, die die Toxine metabolisieren müssen.

Was kann man tun?

Trocknung und Lagerung:

Das Getreide sollte direkt nach der Ernte auf ≤14% Feuchtigkeit (bei kurzfristiger Lagerung) oder ≤13% (bei längerer Lagerung) getrocknet werden. Lagerung bei niedrigen Temperaturen (5–13°C) und gute Belüftung reduzieren das Schimmelrisiko.

Feuchtigkeitsmessung:

• nach der Ernte (muss getrocknet werden?),

• nach dem Trocknen (ist es sicher?),

• regelmäßig während der Lagerung (1x pro Woche für 2 Monate, danach alle 2–4 Wochen),

• nach jeder Wetteränderung.

Sauberkeit und Hygiene der Lagerstätten:

• Entfernen beschädigter Körner,

• Reinigung von Silos und Geräten zwischen den Chargen,

• Kontrolle von Insekten, die Feuchtigkeit einbringen und Körner schädigen,

• Inspektion von Gebäuden, Abdichtungen und Wartung der Belüftung.

Chemische Schutzmaßnahmen:

• Einsatz von Fungiziden und Schimmelhemmern,

• Futtermittelzusätze, die Mykotoxine binden.

Wie erkennt man Mykotoxine?

• Kassetten-Tests – schnell, günstig und einfach im Betrieb anzuwenden.

• ELISA-Tests – präzise, gut bei einer größeren Anzahl von Proben.

• Instrumentelle Analysen – am genauesten, verwendet bei Vergiftungsdiagnostik und Qualitätskontrolle.

Eine gute Organisation der Lagerung und schnelle Reaktion auf geänderte Bedingungen können das Risiko einer Mykotoxinbelastung erheblich minimieren.

 

Tierarzt Michał Barczykowski

 

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